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Geld für nicht bestellte App abgebucht

Rund 1,7 Millionen Euro waren auf dem Konto eines Paares, das mehrere tausend Bankkunden mit Lastschriften für eine nicht bestellte Software betrogen haben soll. Die Polizei ermittle seit Freitag gegen einen 62-Jährigen aus Rotterdam und eine 65 Jahre alte Frau aus Amsterdam, sagte ein Polizeisprecher. Beide stehen im Verdacht, von Konten im gesamten Bundesgebiet jeweils 19,95 Euro abgebucht zu haben. Das Geld soll für eine App geflossen sein, die die Betroffenen nicht bestellt hatten. Manche der Betrogenen besitzen noch nicht einmal ein Smartphone für die Nutzung der App.

Bundesamt warnt vor Netzwerkmanipulationen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt allen Computernutzern, ihren Rechner auf manipulierte Netzwerkeinstellungen hin zu untersuchen. Und so funktioniert das:

Nutzer können ihren Computer durch einfaches Aufrufen der Seite www.dns-ok.de prüfen. Entweder erhält er eine grüne OK-Meldung - und muss nichts weiter unternehmen. Bei einer roten Statusanzeige sollte er die angezeigten Anleitungen befolgen, um richtigen Systemeinstellungen wiederherzustellen und gegebenenfalls Schadsoftware zu entfernen. Für die falschen Einstellungen kann nämlich eine Schadsoftware namens DNS-Changer verantwortlich sein, die derzeit kursiert.

Hinter der Schadsoftware stecken Kriminelle. Mit Hilfe des DNS-Changers leiten sie Nutzer unbemerkt auf Seiten, auf denen falsche Antivirensoftware oder Klickbetrügereien lauern. Teils werden auch illegale Medikamente zum Kauf angeboten. Den Angaben zufolge sind in Deutschland derzeit bis zu 33 000 Computer am Tag von den betrügerischen Umleitungen betroffen. Um den Rechner gegebenenfalls von der Schadsoftware zu befreien, können Nutzer auch das Programm DE-Cleaner nutzen, das unter www.botfrei.de heruntergeladen werden kann. Damit die Prüfung auf fehlerfrei www.dns-ok.de funktioniert, dürfen keine Proxy-Server in den Einstellungen des Browers aktiviert sein.

Jahrmarkt der Eitelkeiten

Das Imperium schlägt zurück. Kaum haben Google und Twitter, die beiden anderen relevanten Mitspieler auf dem immer übersichtlicher werdenden Markt der sozialen Netzwerke, neue Funktionen und umfassendere Kommunikationsmöglichkeiten auf ihren Seiten angekündigt, nimmt auch Marktführer Facebook Kurs auf eine Neugestaltung seiner täglich von Millionen Menschen besuchten Seiten.

Die "Timeline", auf deutsch schlicht "Chronik" genannt, soll es Mitgliedern möglich machen, "alle wichtigen Geschichten Deines Lebens" (Facebook-Gründer Mark Zuckerberg) auf den Servern im Menlo Park südlich von San Francisco abzuspeichern. Bilder, Filme, Tagebucheinträge, Links zu Internetseiten, Chats und Klicks auf "Gefällt mir"-Button - alles wird in der Chronik aufgehoben und säuberlich nach Daten und Uhrzeiten geordnet aufbewahrt.

Für Datenschützer ein Alptraum, für Facebook-Mitglieder allerdings nichts Neues. Auch wenn zahlreiche Schlagzeilen anderes suggerieren: Auch bisher schon vergaß Facebook nichts, ließen sich die virtuellen Aktivitäten der Nutzer mit mehr oder weniger großem Aufwand minutiös nachvollziehen.

Dieser Aufwand wird mit der Chronik nun einerseits geringer, andererseits aber rückt das veränderte Layout der eigenen Seite eines jeden Mitgliedes genau diesen Umstand mehr ins Bewusstsein. Die Datenbank, die bisher unauffällig hinter kaum auffindbaren Links versteckt war, tritt als "Timeline" offen ins Licht. Was die einzelnen Punkte des veränderten virtuellen Zuhauses können und wie sie am besten benutzen sind:

Aktivitätenprotokoll: Das Protokoll der eigenen Facebook-Seite führt Buch über jede Äußerung, jeden Kommentar und jedes hochgeladene Bild oder Video. Alle Aktivitäten sind nach Datum geordnet, wer nachvollziehen will, was er am 3. Januar vor drei Jahren gemacht hat - zwei Klicks, und er weiß es. Vorteil dabei: Jeder einzelne Eintrag ins eigene Logbuch lässt sich mit zwei Klicks aus der Welt schaffen. Einmal auf das kleine Erdkugel-Symbol gedrückt, einmal auf "nur ich" - und niemand außer dem Nutzer selbst kann den ursprünglichen Eintrag noch sehen.

Gefällt-mir-Archiv: Ähnliches gilt bei der Chronik der abgegebenen Bewertungen über den "Gefällt mir"-Button. Auf der eigenen Startseite finden sich alle jemals gedrückten Daumen hoch unter "Gefällt-mir-Angaben". Wer nicht möchte, dass andere seine frühere Schwärmerei für Daniel Kübelböck oder weite Jeans nachvollziehen können, drückt auch hier einfach hinter dem kleinen Pfeil auf "nur ich". Erscheint ein kleines Vorhängeschloss, ist der Eintrag für die restliche Welt unsichtbar.

Lebensereignisse: Facebook geht zurück in die Vergangenheit. War das Netzwerk bisher darauf aus, das Leben seiner Mitglieder zu begleiten, öffnen die "Lebensereignisse" nun die Chance, die Vergangenheit nachzutragen. Wer mag, kann hier unter Angabe des Datums Fotos, Videos und persönliche Erinnerungen an Einschulung, den Abi-Ball oder die eigene Hochzeit nachreichen. Die Einträge erscheinen dann in der Chronik an der Stelle, an der sie geschehen sind. Auch hier gilt wieder: Die Sichtbarkeit lässt sich auf privat, Freunde oder alle beschränken.

Ort: Vor allem bei mobiler Nutzung eine Option. Facebook kupfert ein bisschen bei Foursquare ab und erlaubt allen, die das wollen, allen Freunde stets mitzuteilen, von wo eine sogenannte Statusmeldung verfasst wird. Der Punkt "Orte" gestattet dann in Fällen digitaler Reue, bestimmte oder alle Einträge für jedermann oder ausgewählte Nutzergruppen zu sperren.

Über mich: Im Punkt "Über mich" wäre es natürlich Unsinn, Angaben zu machen, nur um sie dann niemandem zu zeigen. Facebook hätte gern, dass User hier ihre Schulausbildung angeben, ihren Geburtstag, ihre Arbeitsstelle und ihren sogenannten Beziehungsstatus, gern dürfen auch ein paar Worte zur politischen Einstellung und zur religiösen Ausrichtung verloren werden. Zu bedenken ist aber: Diese Angaben sind freiwillig, niemand muss hier Angaben machen - schon gar nicht wahrheitsgemäße. Auf einem Jahrmarkt der Eitelkeiten wie Facebook einer ist - schließlich geht es hier vor allem um das Sehen und Gesehen werden - ist der Nutzer selbst die einzige wirkliche Kontrollinstanz dafür, was er von sich preisgeben möchte. Das war im alten Facebook so, und gilt mit der Facebook-Chronik weiter: Wer auf das neue Modell umsteigt (siehe: "Noch ist der Umstieg freiwillig"), gibt nicht automatisch mehr von sich preis. Findet aber vielleicht Zeit, sich sein virtuelles Leben anzuschauen und es hier und da zu berichtigen.

Online-Kriminelle greifen zunehmend Smartphones an

Smartphones werden laut Bundeskriminalamt immer häufiger von Online-Kriminellen angegriffen. Zugriff zu den Handys mit Internetzugang verschafften sich die Hacker beispielsweise über manipulierte Applikationen, die sich die Besitzer aus dem Internet auf ihr Gerät laden, erläuterte BKA-Präsident Jörg Ziercke bei einem Forum zur Internetkriminalität in München. Auch das Online-Banking mittels Handy berge Gefahren. Die Angriffe seien der Bankraub des digitalen Zeitalters, sagte Ziercke.

87 Prozent der jüngeren Deutschen Opfer von Online-Betrug

87 Prozent der jüngeren Deutschen sind nach eigenen Angaben schon einmal Opfer von Internetkriminalität geworden. Dabei hätten ab 1980 geborene Internetnutzer hierzulande einen Schaden von 16,4 Milliarden Euro erlitten, geht aus einer Umfrage hervor, die das Sicherheitsunternehmen Symantec am Dienstag vorstellte. Für die Studie wurden demnach rund 12.700 Menschen in 24 Ländern befragt. In Deutschland fielen laut Umfrage 76 Prozent aller erwachsenen Internetnutzer einem Online-Betrug zum Opfer, weltweit waren es demnach 69 Prozent.

Im vergangenen Jahr seien mehr als viermal so viele Nutzer im Internet wie in der «realen Welt» von Kriminalität betroffen gewesen. Weltweit hätten die Online-Delikte einen Schaden von 388 Milliarden Dollar (284 Milliarden Euro) verursacht.

Hoher Schaden

Das belegen zum einen die Fakten. Die Polizei registrierte 2010 rund 250000 Kriminaldelikte im Internet. Das ist ein Plus von 20Prozent. Die Schadenssumme wuchs um zwei Drittel auf 61,5 Millionen Euro. Das sind im Schnitt 4000 Euro pro Fall. Im vorigen Jahr war auch die Hälfte aller Unternehmen betroffen. In der Regel haben es die Täter, die international vernetzt sind, auf Daten abgesehen, die bei Geldgeschäften eine Rolle spielen - also vor allem PIN- oder Kreditkartennummern. Damit machen sie dann Kasse.

Längst haben die Kriminellen auch Smartphones im Visier. Ziercke sagt: "Mobile Endgeräte werden infiziert, um parallel zum PC auch an die Daten möglicher SMS-basierter Authentifizierungsverfahren zu gelangen, etwa für Online-Banking oder E-Commerce per Kreditkarte." Nutzern von Online-Banking rät er, vom iTAN- auf das chip-TAN-Verfahren umzusteigen. Gängig sind mittlerweile ebenfalls Erpressungen. Dabei sammeln Täter online Daten und signalisieren dem Opfer: Wenn Du dafür zahlst, behalten wir diese Daten für uns und geben sie nicht weiter.

Entsprechend den Fallzahlen wachsen logischerweise auch die Ängste. 37 Prozent der im Auftrag der Bitkom befragten Konsumenten fürchten mittlerweile Betrug beim Online-Banking; 2010 waren es noch neun Prozent weniger. Sage und schreibe 70 Prozent der Internet-Nutzer haben schon einmal negative Erfahrungen im Web gemacht - also mit Viren oder Betrug bei Online-Aktionen. Daran sind sie nicht selten aber auch selber schuld. Denn zirka ein Viertel aller Nutzer im Netz verzichtet nach wie vor auf Anti-Viren-Programme oder den Schutz einer Firewall.

Leichtfertige Nutzer

Hier setzt die Kritik an. Die Gewerkschaft der Polizei forderte nämlich einen intensiveren Kampf gegen die Kriminalität im Internet. "Der Vorsprung der Cyber-Gangster darf nicht noch größer werden", mahnte Gewerkschaftschef Bernhard Witthaut. Die Entwicklung sei besorgniserregend. Internet-Verbrechern werde es oft zu leicht gemacht. Und viele Internetnutzer gingen zu unbedacht mit persönlichen Daten und Passwörtern um.

Online-Musikanbieter rdio startet in Deutschland

Der Wettbewerb der Online-Musikdienste in Deutschland nimmt zu: Mit dem Anbieter rdio des Skype-Mitbegründers Janus Friis haben die Nutzer nun eine weitere Plattform zur Auswahl. Rdio bietet Zugriff auf mehr als 12 Millionen Musiktitel. Nutzer können den Dienst eine Woche lang kostenlos testen, danach ist er ab 4,99 Euro im Monat zu haben. Die Lieder können über Internet, Smartphone oder iPad gehört und auch offline auf Musik-Abspielgeräte übertragen werden. In Deutschland sind bereits mehrere Online-Musikanbieter aktiv, etwa simfy oder Deezer.

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